Kalender mit Tagesmarkierung

Presse versus Wirtschaft

Lesen Sie warum es so wenige kleine und mittelständische Unternehmen in die Presse schaffen und wie sie es doch in die Medien schaffen!

Häufig klagt die regionale Wirtschaft darüber, dass sie in der Presse kaum bis gar keine Beachtung finden. Woran liegt das? An einer generellen  Wirtschaftsfeindlichkeit der Presse? Das man sich Presseberichte nur mit großen Anzeigen erkaufen kann oder aber einer unprofessionellen Vorgehensweise der Unternehmen?

Die andere Seite verstehen

Die andere Seite nicht nur zu kennen, sondern sie auch zu verstehen, hilft meist in schwierigen Situationen den richtigen Weg einzuschlagen. Daher möchte ich Ihnen kurz die Lage der Presse im Zusammenhang mit der Wirtschaftsberichtserstattung schildern. Prinzipiell gilt in Deutschland eine strikte Trennung von Werbung und Berichterstattung. Dies hat Auswirkungen auf beide Seiten: Zum einen verstößt das Erkaufen eines Berichtes, auch das indirekte über die Schaltung von Werbeanzeigen, gegen den Pressecodex (vgl. Ziffer 7.1 des Pressecodex) Zum Anderen ist eine werbliche Berichterstattung durch die Redaktion untersagt. Leider sieht es in der Realität häufig anders aus - während viele Redaktionen die zu werblichen Inhalte nach wie vor mit gutem Recht ablehnen und nicht drucken, wird mit der anderen Seite der Trennung von Werbung und Berichterstattung zunehmend freizügiger umgegangen. Nicht nur hinter vorgehaltener Hand wird immer deutlicher zum Ausdruck gebracht, dass journalistische Veröffentlichungen nur in Verbindung mit einer werblichen Anzeige möglich sind. Für den Unternehmer stellt sich also auch im Bereich der Pressearbeit die Frage, ob er ethisch-moralische Wertvorstellungen aber den eigenen Erfolg stellt und im Zweifel auf einen Pressebeitrag verzichtet, oder sich die Berichterstattung doch erkauft.

Viel Bild und wenig Text

Ist dann doch mal ein Bericht in der Zeitung erschienen ist bereits der nächste Grund zur Klage in Sicht. Viel zu klein, viel zu wenig ist dann oft zu hören - weil es "nur" zu einem Bild mit Bildunterzeile gereicht hat. Aber ist das wirklich schlechter als ein zwei- oder mehrspaltiger Artikel? Beobachten Sie doch einmal Ihre eigenen Lesegewohnheiten: Die meisten überfliegen die Überschriften, bleiben bei Bildern und Bildunterschriften hängen und lesen noch den ein oder anderen Artikel - aber meist nur quer und picken sich einige Interessante Details heraus. Sie auch? Dann ist ein Bild mit Bildunterschrift vielleicht mehr wert, wie ein langer Artikel. Schließlich nützt ja der beste Artikel nichts, wenn er nicht gelesen wird. Zudem muss sich auch jeder Unternehmer darüber im Klaren sein, dass eine Pressemitteilung keine bindende Vorlage für den Redakteur ist, sondern allerhöchstens eine Arbeitsgrundlage darstellt. Kürzen, ergänzen, überarbeiten und abändern liegt dabei ganz im Ermessen der Presse. Dabei können auch kritische Töne zur Sprache kommen - auf dies sollte man als Unternehmer gefasst sein.

Es muss nicht immer die Tageszeitung sein

Erfolgreiche Pressearbeit hängt von mehreren Faktoren ab - zum einen muss die Nachricht für die Allgemeinheit interessant sein. Desweiteren sollte auch die Pressemeldung handwerklich gut sein und natürlich muss der Presseverteiler zu der verschickten Meldung passen: Suchen sie nach guten, nicht werblichen Meldungen im Unternehmen, meist sind es weniger die Meldungen über neue Produkte oder Dienstleistungen, sondern über das Firmenleben. Neue Auszubildende, Generationenmodelle mit Integration Älterer Arbeitnehmer, umweltbewusste Unternehmensführung oder auch Jubiläen und Auszeichnungen für das Unternehmen sind meist eine Meldung wert. Manchmal können auch aktuelle Bundes- oder Landespolitische Themen als Aufhänger für eine Berichterstattung dienen - denken Sie doch mal an das Thema "Beschäftigung älterer Arbeitnehmer" oder die "Integrationsdebatte". Ihre Pressemeldung sollte kurz und prägnant sein und den journalistischen Gepflogenheiten entsprechen. Wenn Sie selbst nicht so gut schreiben suchen Sie sich Hilfe bei der Formulierung. Mit den massiven Stellenkürzungen in den Redaktionen ist die Arbeit die ein Redakteur mit einer Pressemeldung hat zu einem entscheidenden Kriterium für die Veröffentlichung geworden - also schreiben Sie möglichst druckreif. Ein gutes Bild ist das I-Tüpfelchen für eine gute Pressemeldung. Aber bevor Sie ein schlechtes Bild mitschicken, lassen Sie es lieber weg, es ist keine Pflicht. Zu guter Letzt sollten Sie Ihren Presseverteiler je nach Art der Meldung zusammenstellen - es muss nicht immer die regionale Tageszeitung sein. Natürlich ist es oft ein Versuch wert, aber wenn Sie viele Pressemeldungen versenden besteht die Gefahr, dass die wirklich wichitge Pressemeldung von Ihnen nicht mehr gelesen wird. Zudem spielt die Ausgewogenheit zwischen Unternehmen, Organisationen und anderen in der Auswahl der Meldungen auch immer eine Rolle - verteilen Sie also ihre Pressemeldungen. Neben den Tageszeitungen gibt es meist noch Anzeigenzeitungen, Ortsnachrichten und andere kostenlos verteilte Nachrichtenblätter - nehmen Sie auch diese in ihren Verteiler auf.

Fachzeitschriften fremden Fachs

Zu jedem Thema gibt es Fachzeitschriften und "Special Interest"-Magazine - von der Hundehaltung bis zu Computern und Autos, von der Haushaltsführung bis zur Finanzwelt. Suchen Sie sich die für Sie passenden Medien heraus und nehmen Sie diese (auch die dazu passenden Internetseiten, Blogs und Foren) in Ihren Presseverteiler auf. Schauen Sie dabei auch über den Tellerrand! Wenn Sie als Heizungsbauer einem Seniorenzentrum eine innovative Heizungs- und Klimaanlage eingebaut haben, können auch Fachzeitschriften im Bereich der (Alten-)pflege interessante Medien sein. Zudem können auch allgemeine Wirtschaftsmagazine und die Wirtschaftsredaktionen der Regionalen Zeitungen dankbare Abnehmer für Ihre Pressemeldungen sein.

Presse wird nicht nur gedruckt

Seit dem Boom des Internets findet Presse zunehmend auch dort statt. Daher sollten Sie Ihren Presseverteiler auch auf die Online-Medien ausdehnen. Hierzu gehören regionale Blogs (bspw. www.nok-zeit.de oder www.lokalmatador.de), fachspezifische Blogs und (offene) Nachrichtenportale. Gerade bei letzteren dürfte die Leserschaft eher gering sein, und die Chance, dass ein Journalist über so ein Portal auf Sie aufmerksam wird, ist auch eher gering einzuschätzen. Dennoch lohnt sich so eine Veröffentlichung. Den meist können Sie mit dem Pressetext auch einen Link auf Ihre Webseite positionieren, so gewinnen Sie für Ihr Suchmaschinen-Ranking.

Ein Beitrag von:

Markus Slaby

Markus Slaby

Dipl.-Ing. (FH) Medien Markus Slaby, Inhaber der Werbeagentur markus slaby media schreibt in seinem Blog über Werbung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit (PR) für Soloselbstständige und Kleinunternehmer. In seine Beiträge fließt die Erfahrung aus 15 Berufsjahren und aus zahlreichen Projekten ein.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben