Zwischen Logo und Komplettpaket: Was Ihr Corporate Design wirklich braucht
So vermeiden Sie teure Fehlentscheidungen und investieren nur in das, was Ihrem Unternehmen tatsächlich weiterhilft.
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Ein professionelles Corporate Design kann den Unterschied zwischen austauschbar und unverwechselbar ausmachen. Aber was ist wirklich nötig, und wo lohnt es sich zu sparen? Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Bausteine zählen – und wie Sie teure Fehlentscheidungen vermeiden.
Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen in ein (neues) Corporate Design investieren wollen, gilt es den genauen Bedarf für Ihre Situation zu ermitteln. Schließlich wird das Corporate Design für die nächsten 10 oder 15 Jahre Ihr Unternehmen als optisches Aushängeschild vertreten. Daher sollte es zu Ihrem Unternehmen passen, wie eine zweite Haut.
Viele Freelancer oder Agenturen bieten ein Logodesign als kleines Corporate-Design-Paket an, dies erfüllt aber in keinem Fall den Anspruch, den ein Corporate Design hat. Andererseits bekommt man in vielen Angebotspaketen Leistungen verkauft, die am Bedarf des jeweiligen Unternehmens vorbeigehen.
Die Grundkonstanten
Die Basis jedes Corporate Designs
Aus Farbe(n), Schrift(en), Form(en) und Bilder(n) entsteht ihr individuelles Erscheinungsbild. In unterschiedlichsten Kombinationen und Varianten entstehen daraus Logo, Flyer, Anzeigen, Webseite, Instagram-Posts genauso wie Ihr Messestand oder die Fahrzeuggestaltung, ohne dabei den roten Faden, das Verbindende zu verlieren.
Schauen wir uns an verschiedenen Beispielen an, was für Ihr Unternehmen relevant ist und worauf sie getrost verzichten können.
Das Logo
Bei dem Wort Logo denken die meisten Menschen an ein mehr oder weniger abstraktes Bildzeichen, dass durch einen Schriftzug ergänzt wird. Das muss nicht so sein - auch nur ein Bildzeichen oder nur eine Schriftzug (eine sogenannte Wortmarke) sind Möglichkeiten.
Meine Empfehlung:
Als zentraler Bestandteil des Corporate Designs, ist es den meisten Unternehmen zu empfehlen. Je größer das Unternehmen, desto wichtiger. Während bei einem Soloselbstständigen bzw. Kleinunternehmen die Persönlichkeit des/der Inhaber/in viel zum Profil des Unternehmens beiträgt (modern, traditionell, dynamisch, …) muss bei einem größeren Unternehmen mehr davon vom Logo übernommen werden. Ein Soloselbstständiger bzw. Kleinstunternehmen kann sich, auch mit einem (relativ einfachen) Schriftzug, erfolgreich am Markt etablieren.
Corporate Design Handbuch
Ob als Corporate Design Handbuch, Styleguide oder Manual bezeichnet. Gemeint ist immer dasselbe: Ein Schriftstück, dass sämtliche Regelungen und Vorgaben rund um das Corporate Design zusammen fasst. Neben dem Logo sind dort die zulässigen Farben mit den entsprechenden Farbwerten, die vorgegebenen Schriftart(en) sowie die konkrete Anwendung beispielsweise beim Briefpapier, einem Plakat oder einer E-Mail-Signatur.
Meine Empfehlung:
Je mehr Personen und/oder Unternehmen an Ihrem Erscheinungsbild arbeiten (bspw. ein Webdesigner, ein Social-Media-Manager, ein Grafiker für Printprodukte, …) desto sinnvoller ist die Erstellung eines einheitlichen Regelwerkes für ihr Corporate Design. Liegt die Umsetzung nur bei einer Person, so kann auch ein Miniguide (nur die wichtigsten Eckwerte) völlig ausreichend sein.
Gedruckte Medien
Die Welt wird immer digitaler. Dennoch ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer ein digitales Büro bzw. digitales Unternehmen immer noch in weiter Ferne. Waren früher Visitenkarten und Briefpapier noch absolutes muss, wird der Bedarf heutzutage immer geringer. Schauen wir uns zwei Beispiele genauer an.
Firmenblock
Firmenblöcke, die nicht als Werbegeschenke verteilt werden, machen im Corporate Design nur dann Sinn, wenn die aufgeschriebenen Notizen regelmäßig dem Kunden oder Interessenten zur Verfügung gestellt werden. Dies kann bei Beratungsgesprächen Sinn machen, um Zusammenhänge zu verdeutlichen oder die nächsten Schritte zu verschriftlichen und dem Gegenüber mitzugeben.
Nutzen nur die Mitarbeiter das Papier intern, ist es rausgeschmissenes Geld.
Anstelle eines klassischen Firmenblocks können Formularblöcke bspw. für Aufmaß, Wartungsprotokolle, Rapportblöcke oder ähnliches im Firmendesign gerade für Handwerksunternehmen eine sinnvollere Investition sein.
Grußkarten
Weihnachtskarten ist etwas für Anfänger. Es gibt so viel mehr Gelegenheiten im Jahreslauf, an dem Sie die Beziehung zu Ihren Kunden festigen und vertiefen können. Klassisch ist noch der Geburtstag, es geht aber auch das Firmenjubiläum, der Jahrestag der Zusammenarbeit, Namenstage, Beförderungen, Ruhestand und vieles andere mehr. Wenn Sie, ob Handwerker oder Dienstleister, Verein oder öffentliche Hand, ihre Geschäftspartner und Kunden wertschätzen und persönliche Beziehungen pflegen, können Grußkarten im Corporate Design eine lohnenswerte Entscheidung sein.
Ist ihr Unternehmen hauptsächlich auf Neukunden angewiesen, da selten mehrfach bei Ihnen bestellt wird, können Sie auf eine solche Vorlage mit gutem Gewissen verzichten.
Digitales
Ein einheitliches Erscheinungsbild, ihr Corporate Design, darf nicht nur auf die „analoge Welt“ beschränkt bleiben. Webseite, Facebook, Instagram, E-Mail sollte ihr Erscheinungsbild transportieren.
Bildschirmpräsentationen
Bildschirmpräsentationen, ob mit PowerPoint, LibreOffice oder einem sonstigen Tool, müssen definitiv im Corporate Design umgesetzt sein und dürfen nicht bei jedem Mitarbeitenden mit einer anderen kostenfreien Vorlage zusammengebastelt sein. Der Zimmermann, der vor allem neue Dachstühle in Wohngebäuden aufstellt bzw. restauriert wird selten Interessenten, Kunden oder Geschäftspartnern etwas in eine Präsentation vorstellen und kann daher getrost auf eine Umsetzung verzichten.
Der Versicherungsmakler, der im Rahmen seiner Akquisestrategie regelmäßig Vorträge hält, sollte sich eine Vorlage professionell erstellen lassen. Hier ist das Geld gut investiert, wenn der Designer nicht nur eine Vorlage gestaltet, sondern diese auch als Präsentationsvorlage für das gewünschte Programm zur Verfügung stellt. Dies spart in den folgenden Monaten und Jahren viel Zeit bei der Erstellung neuer Präsentationen. Klären sie auf jeden Fall detailliert im Vorfeld ab, welche Art von Folientypen sie benötigen (Titelfolie, Aufzählungslisten, Zitate, Diagramme, Grafiken, …).
Bildschirmschoner / Bildschirmhintergrund / Sperrbildschirm
Wenn Interessenten, Kunden oder Geschäftspartner regelmäßig mit Ihnen an Ihrem Bildschirm sitzen, wirken personalisierte Bildschirmschoner, Bildschirmhintergründe und / oder Sperrbildschirme sehr professionell. So könnte der Bestatter neben seinem passenden Bildschirmhintergrund auch einen Sperrbildschirm gestalten lassen und somit sein professionelles Erscheinungsbild komplettieren.
Der Heimatverein, bei dem die ehrenamtlichen Mitarbeitenden an den eigenen Laptops zu Hause arbeiten, kann sich solch eine Investition sicher sparen.
Außenwerbung
Gebäude, Laden- bzw. Büroeinrichtung, Fahrzeuge, Messestände und so viel anderes mehr kann im Corporate Design gestaltet und umgesetzt werden. Nicht jede Möglichkeit ist immer möglich und nicht alles was möglich ist, macht auch Sinn.
Büroeinrichtung
Als Elektroinstallateur, der neben seiner Werkstatt und Lager nur einen Pausenraum für seine Mitarbeitenden und ein kleines Büro für sich selbst und eine Bürokraft hat und in der Regel keinen Besuch von Interessenten und Kunden erhält, kann auch getrost darauf verzichten, Türen in den Firmenfarben zu lackieren, Türschilder mit Gestaltungselementen zu versehen oder die Fenster mit dem Firmenlogo zu folieren.
Die kommunale Musikschule kann hingegen mit der einheitlichen Gestaltung von Unterrichtsräumen, Türschildern, Aushängen, Fenstergestaltung und ähnlichem mehr aus seinen Räumen ein einheitliches Markenerlebnis machen. Ein durchdachtes Konzept ist gut investiertes Geld.
Verpackungsdesign
Ein Fußballverein wird wohl getrost auf die Entwicklung von individuellen Produktverpackungen verzichten können.
Hingegen kann ein Coach, der am Ende seines Coachings, seinen Teilnehmern Boxen in seinem Firmendesign überreicht, die die Unterlagen, Aufzeichnungen, das Zertifikat und weitere wichtige Hilfsmittel enthält, zum Abschluss noch einmal groß punkten. Ebenso vorstellbar ist es, für das Stadtmarketing, die Ansichtskarten, Andenken, Stadtpläne oder ähnliches in einer passenden Tragetasche oder Papiertüte überreichen können.
Auch ein Gärtner wird eher keine eigenen Verpackungen benötigen. Bietet er jedoch eigene Samenmischungen zum Verkauf an, kann sich diese Investition wieder lohnen. Sie merken, es kommt auf den individuellen Einzelfall an.
So vermeiden Sie es, Geld zu verbrennen
In meiner täglichen Praxis mit Soloselbstständigen, Kleinst-, Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus Handwerk und Dienstleistung und auch bei Vereinen begegnen mir immer wieder die gleichen Fehler, die bei der Beauftragung eines Corporate Designs begangen werden. Sie kosten die Kunden unnötig viel Geld, oder sorgen in der Anwendung dann für höhere Kosten.
In den folgenden Abschnitten zeige ich Ihnen die häufigsten Fehler und erkläre Ihnen gleich, wie Sie diese teuren Fehler vermeiden können:
Keine Regeln, keine Dokumentation
Selbst wenn Sie sich nur ein Logo gestalten lassen, sollten Sie auf ein Mindestmaß an Regeln und Dokumentation nicht verzichten. Hier kann ein DIN-A4-Blatt schon ausreichen, dass die eingesetzten Farben, die verwendeten Schriftarten, Varianten (bspw. in Graustufen, Invers), Schutzräume, Positionierungen u.a.m. definiert. Je stärker das Corporate Design ausgearbeitet wird, desto umfangreicher muss auch ihr Regelwerk, das Corporate Design Handbuch (Design Guide, Corporate Design Manual, …) werden.
Kosten für die Dokumentation scheinen am Anfang unnötig, sparen in der Anwendung aber Geld. Sie können diese Definitionen an Druckereien, Werbemittelhersteller, Grafiker, Webdesigner und viele andere weitergeben und sichern so die Konsistenz ihres Erscheinungsbildes. Teure Neuproduktionen, unnötige Designvorschläge und insbesondere die Verwässerung Ihrer Marke bleiben aus.
Zu groß, zu klein - es passt einfach nicht
Übermotiviert als Soloselbstständiger mehrere 10.000,- € in ein Corporate Design zu investieren, dass alle Eventualitäten abdeckt vergeudet Geld, dass gerade in der Existenzgründung besser investiert werden kann. Die Zukunft und die eigene Entwicklung völlig außer Acht zu lassen, und nur ein Logo gestalten zu lassen, wenn schon absehbar ist, dass die zweite Filiale in den nächsten Monaten eröffnet wird, wird auch unnötig Ressourcen fressen (Geld, Zeit, Energie, Nerven).
Achten Sie bei der Auswahl der benötigten Komponenten darauf, die notwendigen Grundbausteine zu beauftragen. Investieren Sie lieber mehr in die Bausteine (Schrift/ Typografie, Farben, Designelemente, Bildsprache, Icons, …) und sparen an der ein oder anderen Vorlage. Die kann dann bei Bedarf auf Basis der Grundlagen nahtlos eingearbeitet werden. Bei Anwendungen sollten immer auch gleich entsprechende Vorlagen- oder Musterdateien erstellt und ausgeliefert werden.
Persönlicher Geschmack vs. Zielgruppenpassung
Weil Existenzgründer schnell auf den Markt wollen / müssen, verleitet dies oft dazu, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. So wird der Entwicklungs- und Gestaltungsprozess schon angestoßen, bevor die grundlegenden Überlegungen zu Positionierung, USP, Zielgruppe / Buyer Persona und Angebot wirklich klar sind. Dies ist aber die Grundlage für ein Corporate Design, dass auf der einen Seite die Zielgruppe anspricht und auf der anderen Seite auch perfekt zum Unternehmen (Positionierung, Werte, Angebot, …) passt. Natürlich kann ein geübter Designer auch ein ansprechendes Design ohne diese Vorüberlegungen machen, es bleibt dann aber Durchschnitt, spricht die Masse an und kann nie so gezielt wirken.
In der Schublade verstauben lassen
Ein Corporate Design ist kein Produkt, dass man sich erstellen lässt, um es dann in die Schublade zu legen. Es ist ein Arbeitshandbuch für Sie und will umgesetzt und gelebt werden. Nutzen Sie die Vorgaben, Vorlagen und Ideen, die Ihnen damit an die Hand gegeben werden. Wen Sie nicht selbst am Marketing mitarbeiten ist es aber die Aufgabe des Unternehmers, die Dokumentation weiterzugeben und auf die Einhaltung dieser zu achten bzw. diese einzufordern.
Machen Sie den Selbsttest
Viele - gerade kleinere Unternehmen - agieren seit Jahren schon ohne (formales) Corporate Design. Es gab mal ein Logo, dann wurde ein Flyer gemacht, an den angelehnt die Webseite und später die Berufsbekleidung. Das kann funktionieren - muss es aber nicht. Zudem entwickeln Sie sich und Ihr Unternehmen auch stetig weiter.
Testen Sie sich einfach selbst, wo Sie gerade mit Ihrem Corporate Design stehen:
- Passt wirklich alles zusammen und wirkt wie aus einem Guss?
Alle Drucksachen (Flyer, Plakate, Anzeigen, Prospekte, …), die Webseite, Ihre Social Media Accounts sollten genauso gut zusammenpassen wie Firmenwagen, Arbeitskleidung und alles andere, was der Kunde von Ihnen sieht. Farben, Schriften, Gestaltungselemente sollten gleich sein. - Wie einfach erstellen Sie neue Materialien?
Ist der höchste Aufwand bei einer neuen Anzeige, einem neuen Flyer der Inhalt - oder fangen Sie jedes Mal wieder mit einem weißen Blatt an und überlegen sich eine neue Gestaltung? Ein Corporate Design hat den schönen Nebeneffekt, dass durch die Einheitlichkeit der Gestaltungsprozess extrem vereinfacht und verkürzt wird. - Kommen auch Andere mit Ihrem Corporate Design klar?
Druckereien, Grafiker, Webdesigner und viele andere arbeiten mit Ihnen zusammen an der konkreten Umsetzung Ihres Erscheinungsbildes. Wie schnell und einfach können Sie die wichtigsten Eckdaten an diese Personen weitergeben? - Spiegelt Ihr Corporate Design die Aktualität wider?
Entspricht das Bild, das ein unbedarfter Dritter durch Ihr Corporate Design von Ihrem Unternehmen erhält, noch dem, was Sie in Bezug auf Positionierung, Anspruch, Angebot und Werte vermitteln wollen? Wenn Sie hohe Qualität abliefern, darf Ihr Logo nicht billig wirken. Wenn Ihnen Diskretion und Vertraulichkeit wichtig sind, darf Ihr Corporate Design nicht „schreien“. - Funktioniert es auch ohne Logo?
Werden Ihre Instagram-Beiträge, Ihre Firmenfahrzeuge, Plakate oder Mitarbeiter auch erkannt, wenn das Logo nicht sichtbar ist? Wenn das funktioniert, funktioniert Ihr Corporate Design genauso wie es soll. - Sind Sie flexibel genug?
Lassen sich neue Leistungen, Standorte oder Mitarbeiter in Ihr Erscheinungsbild integrieren - ohne dass es zu Brüchen kommt oder unnatürlich aussieht?
Nutzen Sie die kostenfreie Erstberatung bevor Sie ihr wertvolles Budget verbrennen
Buchen Sie direkt online Ihr kostenfreies Beratungsgespräch:
- Suchen Sie sich Ihren Lieblingstermin aus
- Nutzen Sie 30-Minuten-Expertenberatung für Ihr Corporate Design
- Stellen Sie die Fragen die Sie wirklich interessieren
- Das Beratungsgespräch ist und bleibt kostenfrei und unverbindlich
An wen richtet sich das Beratungsgespräch?
Das kostenfreie Beratungsgespräch zum Corporate Design richtet sich an Unternehmer (Soloselbstständige, Kleinst- und Kleinunternehmer sowie Inhaber / Geschäftsführer von KMU) aus den Bereichen Handwerk und Dienstleistung. Ebenso an Vereinsfunktionäre und Vertreter öffentlicher Einrichtungen.
Was kostet ein Corporate Design?
Ein schneller Marktüberblick für kleine, mittlere und große Corporate-Design-Pakete
Was ist ein gutes Logo?
So testen Sie die Qualität Ihres Logos?
Warum ein Corporate Design?
Die Mechanismen die hinter einem Corporate Design stecken
Die Struktur wurde mit Unterstützung der künstlichen Intelligenz erstellt. Ebenso wurde künstliche Intelligenz zur sprachlichen Optimierung eingesetzt.